Vortrag halten – Tipps für eine erfolgreiche Präsentation

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von Robert Eggert | Allgemein
Eine Gruppe junger Menschen sitzt in einem hellen Seminarraum mit großen Fenstern. Sie sind von von hinten zu sehen und sitzen in mehreren Reihen, einige melden sich. Vorne steht ein Mann mit Bart, der ein ordentliches Hemd trägt, neben einem Flipchart. Wir sehen ihn beim Vortrag halten.

Vortrag halten: So sprechen Sie problemlos vor vielen Menschen

Schon zu Schulzeiten gab es diejenigen, die ohne Probleme frei vor der Klasse sprechen konnten, und diejenigen, die schon bei dem Gedanken sich zu melden rot anliefen. Nicht jeder ist ein geborener Redner, doch in manchen Berufen kommt man um den einen oder anderen Vortrag nicht herum. Mit unseren Expertentipps meistern Sie die nächste Präsentation souverän und sicher!

Lage auskundschaften

Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, nehmen Sie vor Ihrem Vortrag den Seminarraum in Augenschein. So finden Sie heraus, wie viel Platz Sie haben, um sich während des Vortrages zu bewegen. Nehmen Sie auch die technische Ausstattung in Augenschein. Überlegen Sie sich, welche Präsentationstechniken Sie nutzen möchten und welche Geräte Sie dafür brauchen. Wenn möglich, machen Sie vorab einen Testlauf, damit an Ihrem großen Tag nichts schiefgeht. Unser erfahrenes meetinn-Team gibt gern Tipps zur Auswahl der optimalen Technik und unterstützt Sie darin, alles zum Laufen zu bringen. 

Informieren Sie sich zudem, wie groß Ihr Publikum sein wird. Je nach Art und Ausrichtung der Veranstaltung können zudem Vorwissen und Intentionen des Publikums variieren. Handelt es sich womöglich um eine Pflichtveranstaltung, müssen Sie sich unter Umständen mehr einfallen lassen, um das Interesse der Zuhörer zu wecken. Bei Konferenzen mit unterschiedlichen Zielgruppen kann es außerdem sein, dass nicht jeder im Publikum das gleiche Vorwissen hat.

Versuchen Sie möglichst viele dieser Rahmenbedingungen bereits im Vorfeld zu klären. Mit diesen Informationen im Hinterkopf können Sie Ihren Vortrag weitaus zielgerichteter vorbereiten und es gelingt Ihnen besser, die Aufmerksamkeit des Publikums zu wecken und zu halten.

Inhaltliche Vorbereitung

Ein guter Vortrag beginnt nicht erst dann, wenn Sie am Rednerpult stehen. Schon mit der Vorbereitung Ihrer Präsentation legen Sie den Grundstein für deren Erfolg. Daher ist es selbstverständlich, dass Ihr Vortrag inhaltlich gründlich vorbereitet werden muss. In der Regel muss in einem Meeting oder einer Tagung niemand einen Vortrag über ein Thema halten, dass ihm oder ihr völlig fremd ist. In den meisten Fällen wissen Sie daher über Ihr Vortragsthema mehr als Ihre Zuhörer. Sie sind der Experte auf diesem Gebiet und sollten sich nicht scheuen, sich auf Ihre eigene Expertise zu verlassen! Bringen Sie dieses Expertenwissen in Ihren Vortrag ein: anstatt nur allgemeingültige Fakten zu präsentieren, reichern Sie diese mit Ihren eigenen Erfahrungswerten an.

Machen Sie sich neben dem Inhalt auch Gedanken über die Form, wie Sie das Thema verpacken möchten: Möchten Sie einen auf Fakten und Fachwissen fokussierten Vortrag halten? Oder darf es auch etwas verspielter sein, vielleicht mit einem kreativen Ansatz wie der Storytelling Methode? Hier gibt es kein Richtig oder Falsch, es hängt ganz vom Rahmen und Zielpublikum ab. 

Überlegen Sie sich außerdem, welche Fragen im Publikum auftreten könnten, und bereiten Sie sich darauf vor, diese zu beantworten. Für jemanden der fest im Thema steht, ist es oft schwer, mögliche offene Fragen zu erkennen. Ziehen Sie daher ruhig Ihre Kollegen zu Rate. Sich auf Nachfragen vorzubereiten hilft auch dabei, die an den Vortrag anschließende Diskussion besser zu steuern und so eventuelle Klippen der Unsicherheit zu umschiffen. Wenn Sie mit einer längeren Frage- und Diskussionrunde im Anschluss an Ihren Vortrag rechnen, kann es sinnvoll sein, sich ein paar Moderationstechniken anzueignen

Nervosität überwinden

Es ist völlig normal, vor einem großen Vortrag aufgeregt zu sein. Mit einigen Atemübungen können Sie vor Ihrem Vortrag zur Ruhe kommen und Ihre Anspannung lockern. Atmen Sie möglichst tief ein, halten Sie die Luft einen Moment an und lassen Sie sie dann langsam wieder ausströmen. Wiederholen Sie diese Übung einige Male.

Machen Sie sich außerdem bewusst, dass Sie der Experte auf Ihrem Gebiet sind und Ihre Zuhörer in den meisten Fällen weitaus weniger Ahnung von dem Thema haben als Sie. Gegen die Nervosität hilft auch, mögliche Sorgen zu Ende zu denken. Was passiert, wenn Sie stottern oder sich verhaspeln? Ist dadurch Ihr Leben in Gefahr oder Ihre Karriere ruiniert? Nein! Solche kleinen Fehler sind vielleicht peinlich, jedoch ohne ernsthafte Konsequenzen. 

Die Körpersprache macht’s

Gerade wer vor einem Vortrag nervös ist, neigt oft dazu, sich hinter einem Rednerpult zu verstecken oder sich daran festzuhalten. Doch auch wenn es vielleicht Überwindung kostet: treten Sie selbstbewusst vor Ihr Publikum. Die nonverbale Kommunikation trägt nämlich einiges zu einem guten Vortrag bei! Ein paar Tipps: Stehen sie hüftbreit. Das verleiht Ihnen nicht nur einen festen, sicheren Stand, sondern strahlt auch Souveränität aus. Nutzen Sie den ganzen Raum, den Ihnen das Podium bietet und arbeiten Sie mit Gesten. Eine starre Handhaltung erweckt schnell den Eindruck von Verkrampftheit und Nervosität. Achten Sie in Ihrer Körpersprache auch auf weitere verräterische Signale wie an sich selbst herumzupfen oder Händen in den Hosentaschen. Bleiben Sie dabei jedoch authentisch und versuchen Sie nicht, Ihre Aufregung zu überspielen. Ihr Publikum wird es merken.

Zur Körpersprache gehört es auch, Blickkontakt mit dem Publikum aufzunehmen. Lesen Sie Ihren Vortrag also nicht ab, sondern nutzen Sie nur als Leitfaden und Gedankenstütze Karteikarten mit Stichpunkten. Suchen Sie sich Personen im Publikum aus, die Ihnen sympathisch erscheinen, und halten Sie Blickkontakt mit Ihnen. Das verringert zum einen das Lampenfieber und die Nervosität, zum anderen wirkt Ihr Vortrag offen und freundlich.

Das Publikum einbeziehen

Ein guter Vortrag hängt auch vom Publikum ab. Ihre Zuhörer sollten sich nicht nur berieseln lassen, sondern aktiv am Vortrag teilhaben. So können Sie auch auch die Aufmerksamkeitsspanne Ihrer Zuhörer erhöhen. Rückfragen sind daher bei Vorträgen auf Tagungen gewünscht und an der Tagesordnung. Um das Publikum aktiv einzubeziehen und den Austausch zu strukturieren, klären Sie am Anfang, ob die Rückfragen im laufenden Vortrag oder am Ende gestellt werden können. So weiß Ihr Publikum, woran es ist, und Sie können ungeplanten Unterbrechungen aus dem Weg gehen.

Halten Sie während des Vortrages Blickkontakt zum Publikum und beobachten Sie die Reaktionen. Wenn Sie in gelangweilte oder fragende Gesichter blicken, sollten Sie gegensteuern. Richten Sie direkte Fragen an das Publikum, zum Beispiel nach deren Erfahrungswerten oder Ansichten. Lassen Sie Diskussionen zu und nutzen Sie verschiedene Perspektiven und Blickwinkel. Wenn Sie auf eine Frage nicht sofort eine Antwort wissen, stellen Sie diese für alle zur Diskussion und überlegen Sie sich in Ruhe eine Antwort.

Feedback einholen

Sie haben es geschafft und Ihren Vortrag erfolgreich gehalten! Reflektieren Sie – vielleicht mit etwas zeitlichem Abstand – was gut lief und was nicht. Konnten Sie Ihren geplanten Ablauf durchziehen? Sind Ihre Kernaussagen beim Publikum angekommen? Konnten Sie eine Diskussion anstoßen? An welchen Stellen haben Sie sich vielleicht unsicher gefühlt? Fragen Sie auch anwesende Kollegen und die Leitung der Veranstaltung nach ihrer Meinung. Nehmen Sie die Kritik jedoch nicht persönlich! Hier wird lediglich Ihre fachliche Meinung eingeschätzt. Sie können daraus wertvolle Tipps für zukünftige Vorträge erhalten.

Und nicht zuletzt: Erkennen Sie Ihre eigene Leistung an! Der Volksmund sagt zwar, dass Eigenlob stinkt, aber klopfen Sie sich für einen erfolgreich absolvierten Vortrag ruhig innerlich mal selbst auf die Schulter. Dann gelingt die nächste Präsentation gleich noch besser!

Der Autor

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